46. ADAC Roland-Rallye 23.04.2016

Keskinen vor Hesse und Al Ketbi bei der Roland-Rallye

Mit 94 Nennungen und letztlich 88 Startern erreicht die 46. ADAC-Roland-Rallye eine Rekordzahl. Rashid Al Ketbi mietet bei Michael Ehrle einen Gruppe-N-Evo 9, um den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Doch die Konkurrenz aus dem Mitsubishi-Lager ist gewaltig: Martin Christ bringt seinen Gruppe F-Evo 9 in den Südharz, aus der Gruppe H peilen Michael Dinkel, Marcus Hesse, der erstmals seit Jahren wieder im Wettbewerb startet, sowie die Finnen Jaakko Keskinen und Jari Latvala einen Platz auf dem Podium an. Nicht weniger als 17 Turbo-Allradler rollen durch den Startbogen neben dem markanten Turm auf dem Petersberg.

Nicht die Finnen, sondern Al Ketbi setzt auf der komplett neuen ersten Prüfung mit 60% Schotter die Bestzeit. Keskinen liegt eine Sekunde dahinter, Latvala büßt als Dritter bereits acht Sekunden auf den Araber ein. Die zweite Prüfung bei Hörningen weist 50% Schotter auf; diesmal distanziert Keskinen um neun Sekunden die Verfolger Hesse, Latvala und Al Ketbi, die innerhalb von fünf Zehnteln durch die Lichtschranke rauschen. Mit dem Stadtrundkurs im Nordhäuser „Gehege“ tut sich die Spitzengruppe schwer: Keskinen knallt bei der Zieldurchfahrt gegen den Bordstein und beschädigt hinten rechts die Felge, Latvala stoppt kurz am Rundenteiler, Hesse legt im Gehege einen spektakulären Dreher hin. Mit Asphalt-Reifen und entsprechendem Rückstand aus den beiden ersten Prüfungen fahren Martin Christ (Evo 9, Gruppe F) und Lars Anders (Evo 6, Gruppe CTC) die schnellsten Zeiten. Bei Halbzeit führt Keskinen mit 12 Sekunden vor Al Ketbi, 17 vor Hesse, 24 vor Dinkel, 30 vor Latvala und 31 vor Christ. Patrick Neidhardt im Audi A4 Quattro wird als bester Nicht-Mitsubishi auf Rang 7 geführt.

Im zweiten Umlauf machen Jaakko Keskinen und Co Jukka Pollari mit zwei Bestzeiten alles klar, trotz schwacher Zeit auf Schotterreifen im Gehege mit 85% Asphalt holt sich der 61-jährige Finne den Gesamtsieg – sein vierter Roland-Triumph nach 2010, 2012 und 2014. Marcus Hesse beendet sein Comeback mit einer Glanzleistung auf dem Rundkurs, wo er Keskinen 14 Sekunden abknöpft und mit Copilotin Heinke Möhrpahl auf Platz 2 fährt. Rashid Al Ketbi und Karina Hepperle verlieren diesen zweiten Platz durch eine defekte Zündkerze; das arabisch-deutsche Team behält aber Platz 3. Dahinter landen Michael und Marcel Dinkel sowie Martin Christ und Tino Krajewski, die beiden besten Teams der Schotter-Cup-Kategorie 3, Jari Latvala und Kari Mustalahti nach einem Antriebswellenschaden auf der letzten Prüfung sowie Patrick Neidhardt und Susanne Oelszner im Audi A4 Quattro mit Turbo.

Dazwischen schiebt sich auf Rang 6 der schnellste Zweiradler, der Gruppe-H-Volvo 242 von Jeffrey Wiesner und Stefan Harloff, bei dem zum ersten Mal sowohl der Motor als auch die Hinterachse hält. Weil Wiesner nach der gelben Flagge auf WP 1 sehr brav ins Ziel rollt, taucht er zwar in keinem Zwischenergebnis auf, doch als die faire Zeit in die Ergebnislisten einfließt, können Wiesner und Harloff jubeln: jedesmal unter den ersten Sieben, schnellster „Zweiradler“ und Sieg in der Schotter-Cup-Kategorie 2. Dahinter liefern sich der zweimalige Cup-Sieger Mark Muschiol im Renault Clio und der Vizemeister Sebastian Vollak im BMW 318 Compact ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bis Vollak den 3.Gang verliert. Mark Muschiol und Kerstin Munkwitz gewinnen die 2-Liter-Klasse der Gruppe H vor den polnischen Teams Dawid Struensee / Michal Jucewicz (318 Compact) und Maciej Figel / Jacek Kociszewski (318is). Jan Weidner und Nicole Petzold fahren im Lada VFTS bei den 1600ern zum Klassensieg. Nachdem der Schotter-Cup-Spitzenreiter Uwe Joachim früh mit Motorschaden ausgefallen ist, holen sich Mirko Gläß und Tim Gleisberg im Nissan Micra den Klassensieg bis 1300 cm³. Benjamin Derda und Maria Kretschmar schlagen bei den Trabant den ADMV-Cup-Sieger Andreas Schramm und bleiben so in der Schotter-Cup-Spitzengruppe.

Bei den seriennahen Fahrzeugen fahren Sebastian Vollak und sein Co Peter Messerschmidt der Konkurrenz davon und gewinnen die Klassen- und Kategorienwertung vor Stephan Dammaschke und Julia Siegel im Ford Escort sowie Ulf Grünert und Daniel Nowak im Opel Astra OPC. Thomas Hellmann und Johannes Kästner erhalten den Pokal für den besten Cup-318is. Einen überlegenen Heimsieg schaffen die Lokalmatadoren Hannes Heldt und Heiko Schmidt (VW Polo) in der 1600-cm³-Klasse, die Marcus Heß und Ronny Nowak, ebenfalls Polo, im fast eine Minute distanzieren. Die Klasse 3B machen die Audi 90 Quattro nach dem Ausrutscher von Bernd Knüpfer im Turbo-Astra unter sich aus; Björn Becker und Dirk Mürkens sind um 22 Sekunden flotter als Siegfried und Petra Damm. In der Sonderwertung bis 2500 cm³ verpassen die BMW-325-Piloten Alex Korpp und Michael Kunert nur um eine Sekunde die Volvo-Cup-Sieger Werner Löseke und Paul Tenberge; Charly Beck und Sebastian Kröniger weisen als zweitschnellster Cup-Volvo 25 Sekunden Rückstand auf. Klaus Braun und Mareen Morgenroth gewinnen im Opel Vectra 4x4 die Klasse 19 in der Gruppe G, rund 20 Sekunden hinter dem einsamen G20-Mazda von Björn Leiß und Andre Seltmann.

Text: Alfred Gorny


Ehrentafel

An dieser Stelle möchten wir die Gewinner der letzten Jahre würdigen.

Roland-Rallye